Adolf Hitler   Mein Kampf
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Adolf Hitler Mein Kampf


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äußerste 
aufzureizen. Man lehnte da alles ab: die Nation, als eine Erfindung der "kapitalistischen" wie oft mußte 
ich nur allein dieses Wort hören! Klassen; das Vaterland, als Instrument der Bourgeoisie zur 
Ausbeutung der Arbeiterschaft; die Autorität des Gesetzes als Mittel zur Unterdrückung des Proletariats; 
die Schule, als Institut zur Züchtung des Sklavenmaterials, aber auch der Sklavenhalter; die Religion, als 
Mittel der Verblödung des zur Ausbeutung bestimmten Volkes; die Moral, als Zeichen dummer 
Schafsgeduld usw. Es gab da aber rein gar nichts, 
{042 Der erste Terror} 
was nicht in den Kot einer entsetzlichen Tiefe gezogen wurde. 
Anfangs versuchte ich zu schweigen. Endlich ging es aber nicht mehr. Ich begann Stellung zu nehmen, 
begann zu widersprechen. Da mußte ich allerdings erkennen, daß dies so lange vollkommen aussichtslos 
war, solange ich nicht wenigstens bestimmte Kenntnisse über die nun einmal umstrittenen Punkte besaß. 
So begann ich in den Quellen zu spüren, aus denen sie ihre vermeintliche Weisheit zogen. Buch um 
Buch, Broschüre um Broschüre kam jetzt an die Reihe. 
Am Bau aber ging es nun oft heiß her. Ich stritt, von Tag zu Tag besser auch über ihr eigenes Wissen 
informiert als meine Widersacher selber, bis eines Tages jenes Mittel zur Anwendung kam, das freilich 
die Vernunft am leichtesten besiegt: der Terror, die Gewalt. Einige der Wortführer der Gegenseite 
zwangen mich, entweder den Bau sofort zu verlassen oder vom Gerüst herunterzufliegen. Da ich allein 
war, Widerstand aussichtslos erschien. zog ich es, um eine Erfahrung reicher, vor, dem ersten Rat zu 
folgen. 
Ich ging, von Ekel erfüllt, aber zugleich doch so ergriffen, daß es mir ganz unmöglich gewesen wäre, 
der ganzen Sache nun den Rücken zu kehren. Nein, nach dem Aufschießen der ersten Empörung 
gewann die Halsstarrigkeit wieder die Oberhand. Ich war fest entschlossen, dennoch wieder auf einen 
Bau zu gehen. Bestärkt wurde ich in diesem Entschluß noch durch die Not, die einige Wochen später, 
nach dem Verzehren des geringen ersparten Lohnes, mich in ihre herzlosen. Arme schloß. Nun mußte 
ich, ob ich wollte oder nicht. Und das Spiel ging denn auch wieder von vorne los, um ähnlich wie beim 
ersten Male, zu enden. 
Damals rang ich in meinem Innern: Sind dies noch Menschen, wert, einem großen Volke anzugehören? 
Eine qualvolle Frage; denn wird sie mit Ja beantwortet, so ist der Kampf um ein Volkstum wirklich 
nicht mehr der Mühen und Opfer wert, die die Besten für einen solchen Auswurf zu bringen haben; heißt 
die Antwort aber Nein, dann ist unser Volk schon arm an Menschen. 
{043 Die sozialdemokratische Presse} 
Mit unruhiger Beklommenheit sah ich in solchen Tagen des Grübelns und Hineinbohrens die Masse der 
nicht mehr zu ihrem Volke zu Rechnenden anschwellen zu einem bedrohlichen Heere. 
Mit welch anderen Gefühlen starrte ich nun in die endlosen Viererreihen einer eines Tages 
stattfindenden Massendemonstration Wiener Arbeiter! Fast zwei Stunden lang stand ich so da und 
beobachtete mit angehaltenem Atem den ungeheuren menschlichen Drachenwurm, der sich da langsam 
vorbeiwälzte. In banger Gedrücktheit verließ ich endlich den Platz und wanderte heimwärts. Unterwegs 
erblickte ich in einem Tabakladen die "Arbeiterzeitung", das Zentralorgan der alten österreichischen 
Sozialdemokratie. In einem billigen Volkscafé, in das ich öfters ging, um Zeitungen zu lesen, lag sie 
auch auf; allein ich konnte es bisher nicht über mich bringen, in das elende Blatt, dessen ganzer Ton auf 
mich wie geistiges Vitriol wirkte, länger als zwei Minuten hineinzusehen. Unter dem deprimierenden 
Eindruck der Demonstration trieb mich nun eine innere Stimme an, das Blatt einmal zu kaufen und es 
dann gründlich zu lesen. Abends besorgte ich dies denn auch unter Überwindung des in mir manchmal 
aufsteigenden Jähzorns über diese konzentrierte Lügenlösung. 
Mehr als aus aller theoretischen Literatur konnte ich nun aus dem täglichen Lesen der 
sozialdemokratischen Presse das innere Wesen dieser Gedankengänge studieren. 
Denn welch ein Unterschied zwischen den in der theoretischen Literatur schillernden Phrasen von 
Freiheit, Schönheit und Würde, dem irrlichternden, scheinbar tiefste Weisheit mühsam ausdrückenden 
Wortgeflunker, der widerlich humanen Moral alles mit der eisernen Stirne einer prophetischen 
Sicherheit hingeschrieben und der brutalen, vor keiner Niedertracht zurückschreckenden, mit jedem 
Mittel der Verleumdung und einer wahrhaft balkenbiegenden Lügenvirtuosität arbeitenden Tagespresse 
dieser Heilslehre der neuen Menschheit! Das eine ist bestimmt für die dummen Gimpel aus mittleren 
und natürlich auch höheren "Intelligenzschichten", das andere für die Masse.{044 Die Psyche der 
Masse}Für mich bedeutete das Vertiefen in Literatur und Presse dieser Lehre und Organisation das 
Wiederfinden zu meinem Volke. 
Was mir erst als unüberbrückbare Kluft erschien, sollte nun Anlaß zu einer größeren Liebe als jemals 
zuvor werden. 
Nur ein Narr vermag bei Kenntnis dieser ungeheuren Vergiftungsarbeit das Opfer auch noch zu 
verdammen. je mehr ich mich in den nächsten Jahren selbständig machte, um so mehr wuchs mit 
steigender Entfernung der Blick für die inneren Ursachen der sozialdemokratischen Erfolge. Nun begriff 
ich die Bedeutung der brutalen Forderung, nur rote Zeitungen zu halten, nur rote Versammlungen zu 
besuchen, rote Bücher zu lesen usw. In plastischer Klarheit sah ich das zwangsläufige Ergebnis dieser 
Lehre der Unduldsamkeit vor Augen. 
Die Psyche der breiten Masse ist nicht empfänglich für alles Halbe und Schwache. 
Gleich dem Weibe, dessen seelisches Empfinden weniger durch Gründe abstrakter Vernunft bestimmt 
wird als durch solche einer undefinierbaren, gefühlsmäßigen Sehnsucht nach ergänzender Kraft, und das 
sich deshalb lieber dem Starken beugt als den Schwächling beherrscht, liebt auch die Masse mehr den 
Herrscher als den Bittenden und fühlt sich im Innern mehr befriedigt durch eine Lehre, die keine andere 
neben sich duldet, als durch die Genehmigung liberaler Freiheit; sie weiß mit ihr auch meist nur wenig 
anzufangen und fühlt sich sogar leicht verlassen. Die Unverschämtheit ihrer geistigen Terrorisierung 
kommt ihr ebensowenig zum Bewußtsein wie die empörende Mißhandlung ihrer menschlichen Freiheit, 
ahnt sie doch den inneren Irrsinn der ganzen Lehre in keiner Weise. So sieht sie nur die rücksichtslose 
Kraft und Brutalität ihrer zielbewußten Äußerungen, der sie sich endlich immer beugt. 
Wird der Sozialdemokratie eine Lehre von besserer Wahrhaftigkeit, aber gleicher Brutalität der 
Durchführung 
{045 Die Taktik der Sozialdemokratie} 
entgegengestellt, wird diese siegen, wenn auch nach schwerstem Kampfe. 
Ehe nur zwei Jahre vergangen waren, war mir sowohl die Lehre als auch das technische Werkzeug der 
Sozialdemokratie klar. 
Ich begriff den infamen geistigen Terror, den diese Bewegung vor allem auf das solchen Angriffen 
weder moralisch noch seelisch gewachsene Bürgertum ausübt, indem sie auf ein gegebenes Zeichen 
immer ein förmliches Trommelfeuer von Lügen und Verleumdungen gegen den ihr am gefährlichsten 
erscheinenden Gegner losprasseln läßt, so lange, bis die Nerven der Angegriffenen brechen und sie, um 
nur wieder Ruhe zu haben, den Verhaßten opfern. 
Allein die Ruhe erhalten diese Toren dennoch nicht. 
Das Spiel beginnt von neuem und wird so oft wiederholt, bis die Furcht vor dem wilden Köter zur 
suggestiven Lähmung wird. 
Da die Sozialdemokratie den Wert der Kraft aus eigener Erfahrung am besten kennt, läuft sie auch am 
meisten Sturm gegen diejenigen, in deren Wesen sie etwas von diesem ohnehin so seltenen Stoffe 
wittert. Umgekehrt lobt sie jeden Schwächling der anderen Seite, bald vorsichtig, bald lauter, je nach der 
erkannten oder vermuteten geistigen Qualität. 
Sie fürchtet ein ohnmächtiges, willenloses Genie weniger als eine Kraftnatur,