Adolf Hitler   Mein Kampf
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Adolf Hitler Mein Kampf


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Will 
jedoch einmal einer nicht von der eingenommenen Stelle wieder weichen, so empfinden sie dies fast als 
Bruch eines heiligen Abkommens gemeinsamer Solidarität. Dann werden sie bösartig und ruhen nicht 
eher, als bis der Unverschämte, endlich gestürzt, seinen warmen Platz der Allgemeinheit wieder zur 
Verfügung stellt. Er wird dafür nicht so schnell wieder an diese Stelle gelangen. Denn sowie eine dieser 
Kreaturen ihren Posten aufzugeben gezwungen ist, wird sie sich sofort wieder in die allgemeine Reihe 
der Wartenden einzuschieben versuchen, sofern nicht das dann anhebende Geschrei und Geschimpfe der 
anderen sie davon abhält. 
Die Folge von dem allem ist der erschreckend schnelle Wechsel in den wichtigsten Stellen und Ämtern 
eines solchen Staatswesens, ein Ergebnis, das in jedem Falle ungünstig manchmal aber geradezu 
katastrophal wirkt. Denn nun wird ja nicht nur der Dummkopf und Unfähige dieser Sitte zum Opfer 
fallen, sondern noch mehr der wirkliche Führer, wenn das Schicksal einen solchen an diese Stelle Zu 
setzen überhaupt noch fertigbringt. Sowie man nur einmal dieses erkannt hat, wird sich sofort eine 
geschlossene Front zur Abwehr bilden, besonders wenn ein solcher Kopf, ohne aus den eigenen Reihen 
zu stammen, dennoch sich untersteht, in diese erhabene Gesellschaft einzudringen. Man will da 
grundsatzlich nur unter sich sein und haßt als gemeinsamen Feind jeden Schädel, der unter den Nullen 
etwa einen Einser ergeben könnte. Und in dieser Richtung ist der Instinkt um so schärfer, je mehr er 
auch in allen anderen fehlen mag. 
So wird die Folge eine immer mehr um sich greifende geistige Verarmung der führenden Schichten sein. 
Was da- 
{091 Die Ausschaltung von Köpfen} 
bei für die Nation und den Staat herauskommt, kann jeder selbst ermessen, soweit er nicht persönlich zu 
dieser Sorte von "Führern" gehört. 
Das alte Österreich besaß das parlamentarische Regiment bereits in Reinkultur. 
Wohl wurden die jeweiligen Ministerpräsidenten vom Kaiser und König ernannt, allein schon diese 
Ernennung war nichts anderes als die Vollstreckung parlamentarischen Wollens. Das Feilschen und 
Handeln aber um die einzelnen Ministerposten war schon westliche Demokratie von reinstem Wasser. 
Die Ergebnisse entsprachen auch den angewandten Grundsätzen. Besonders der Wechsel der einzelnen 
Persönlichkeiten trat schon in immer kürzeren Fristen ein, um endlich zu einem wahrhaften Jagen zu 
werden. In demselben Maße sank die Größe der jeweiligen "Staatsmänner" immer mehr zusammen, bis 
endlich überhaupt nur jener kleine Typ von parlamentarischen Schiebern übrigblieb, deren 
staatsmännischer Wert nur mehr nach ihrer Fähigkeit gemessen und anerkannt wurde, mit der es ihnen 
gelang, die jeweiligen Koalitionen zusammenzukleistern, also jene kleinsten politischen 
Handelsgeschäfte durchzuführen, die ja allein die Eignung dieser Volksvertreter für praktische Arbeit zu 
begründen vermögen. 
So konnte einem die Wiener Schule auf diesem Gebiete die besten Einblicke vermitteln. 
Was mich nicht weniger anzog, war der Vergleich zwischen dem vorhandenen Können und Wissen 
dieser Volksvertreter und den Aufgaben, die ihrer harrten. Freilich mußte man sich dann aber, man 
mochte wollen oder nicht, mit dem geistigen Horizont dieser Auserwählten der Völker selber näher 
beschäftigen, wobei es sich dann gar nicht mehr umgehen ließ, auch den Vorgängen, die zur Entdeckung 
dieser Prachterscheinungen unseres öffentlichen Leben führen, die nötige Beachtung zu schenken. 
Auch die Art und Weise, in der das wirkliche Können dieser Herren in den Dienst des Vaterlandes 
gestellt und angewendet wurde, also der technische Vorgang ihrer Be- 
{092 Die "Öffentliche Meinung"} 
tätigung war wert, gründlich untersucht und geprüft zu werden. 
Das gesamte Bild des parlamentarischen Lebens ward dann um so jämmerlicher, je mehr man sich 
entschloß, in diese inneren Verhältnisse einzudringen, Personen und sachliche Grundlagen mit 
rücksichtslos scharfer Objektivität zu studieren. Ja, dies ist sehr angezeigt einer Institution gegenüber, 
die sich veranlaßt sieht, durch ihre Träger in jedem zweiten Satz auf "Objektivität" als die einzige 
gerechte Grundlage zu jeglicher Prüfung und Stellungnahme überhaupt hinzuweisen. Man prüfe diese 
Herren selber und die Gesetze ihres bitteren Daseins, und man wird aber das Ergebnis nur staunen. 
Es gibt gar kein Prinzip, das, objektiv betrachtet, so unrichtig ist wie das parlamentarische. 
Man darf dabei noch ganz absehen von der Art, in der die Wahl der Herren Volksvertreter stattfindet, 
wie sie überhaupt zu ihrem Amte und zu ihrer neuen Würde gelangen. Daß es sich hierbei nur zu einem 
wahrhaft winzigen Bruchteil um die Erfüllung eines allgemeinen Wunsches oder gar eines Bedürfnisses 
handelt, wird jedem sofort einleuchten, der sich klarmacht, daß das politische Verständnis der breiten 
Masse gar nicht so entwickelt ist, um von sich aus zu bestimmten allgemein politischen Anschauungen 
zu gelangen und die dafür in Frage kommenden Personen auszusuchen.
Was wir immer mit dem Worte "öffentliche Meinung" bezeichnen, beruht nur zu einem kleinsten Teile 
auf selbstgewonnenen Erfahrungen oder gar Erkenntnissen der einzelnen, zum größten Teil dagegen auf 
der Vorstellung, die durch eine oft ganz unendlich eindringliche und beharrliche Art von sogenannter 
"Aufklärung" hervorgerufen wird. 
So wie die konfessionelle Einstellung das Ergebnis der Erziehung ist und nur das religiöse Bedürfnis an 
sich im Innern des Menschen schlummert, so stellt auch die politische Meinung der Masse nur das 
Endresultat einer manchmal ganz unglaublich zähen und gründlichen Bearbeitung von Seele und 
Verstand dar. 
{093 Die "Öffentliche Meinung"} 
Der weitaus gewaltigste Anteil an, der politischen "Erziehung", die man in diesem Falle mit dem Wort 
Propaganda sehr treffend bezeichnet, fällt auf das Konto der Presse. Sie besorgt in erster Linie diese 
"Aufklärungsarbeit" und stellt damit eine Art von Schule für die Erwachsenen dar. Nun liegt dieser 
Unterricht nicht in der Hand des Staates, sondern in den Klauen von zum Teil höchst minderwertigen 
Kräften. Ich hatte gerade in Wien schon als junger Mensch die allerbeste Gelegenheit, Inhaber und 
geistige Fabrikanten dieser Massenerziehungsmaschine richtig kennenzulernen. Ich mußte im Anfang 
staunen, in wie kurzer Zeit es dieser schlimmen Großmacht im Staate möglich wurde, eine bestimmte 
Meinung zu erzeugen, auch wenn es sich dabei um die vollständige Umfälschung sicher vorhandener 
innerer Wünsche und Anschauungen der Allgemeinheit handeln mochte. In wenigen Tagen war da aus 
einer lächerlichen Sache eine bedeutungsvolle Staatsaktion gemacht, während umgekehrt zu gleicher 
Zeit lebenswichtige Probleme dem allgemeinen Vergessen anheimfielen, besser aber einfach aus dem 
Gedächtnis und der Erinnerung der Masse gestohlen wurden. 
So gelang es, im Verlaufe weniger Wochen Namen aus dem Nichts hervorzuzaubern, unglaubliche 
Hoffnungen der breiten Öffentlichkeit an sie zu knüpfen, ja ihnen Popularität zu verschaffen, die dem 
wirklich bedeutenden Manne oft in seinem ganzen Leben nicht zuteil zu werden vermag; Namen, die 
dabei noch vor einem Monat überhaupt kein Mensch aber auch nur dem Hören nach kannte, wahrend in 
der gleichen Zeit alte, bewährte Erscheinungen des staatlichen oder sonstigen öffentlichen Lebens bei 
bester Gesundheit einfach für die Mitwelt abstarben oder mit solch elenden Schmähungen überhäuft 
wurden, daß ihr Name in kurzem drohte, zum Symbol einer ganz bestimmten Niedertracht oder 
Schurkerei zu werden. Man muß diese infame jüdische Art, ehrlichen Menschen mit einem Male und 
wie auf Zauberspruch zugleich von hundert und aller hundert Stellen aus die Schmutzkübel niedrigster 
Verleumdungen und Ehrabschneidungen aber das saubere Kleid 
{094 Die "Öffentliche Meinung"} 
zu gießen, studieren, um die ganze Gefahr dieser Presselumpen richtig