Adolf Hitler   Mein Kampf
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Adolf Hitler Mein Kampf


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hinweg der Ringstraße zu fuhr, 
befand auch 
{133 Alldeutsche und Christlich-Soziale} 
ich mich unter den vielen Hunderttausenden, die dem Trauerspiel zusahen. In innerer Ergriffenheit sagte 
mir dabei das Gefühl, daß auch das Werk dieses Mannes vergeblich sein müßte durch das Verhältnis, 
das diesen Staat unweigerlich dem Untergang entgegenführen würde. Hätte Dr. Karl Lueger in 
Deutschland gelebt, würde er in die Reihe der großen Köpfe unseres Volkes gestellt worden sein; daß er 
in diesem unmöglichen Staate wirkte, war daß Unglück seines Werkes und seiner selbst. 
Als er starb, zuckten bereits die Flämmchen auf dem Balkan von Monat zu Monat gieriger hervor, so 
daß ihm das Schicksal gnädig das zu sehen erließ, was er noch glaubte verhüllen zu können. \u2014Ich aber 
versuchte, aus dem Versagen der einen Bewegung und dem Mißlingen der zweiten die Ursachen 
herauszufinden und kam zur sicheren Überzeugung, daß, ganz abgesehen von der Unmöglichkeit, im 
alten Österreich noch eine Festigung des Staates zu erreichen die Fehler der beiden Parteien folgende 
waren:Die alldeutsche Bewegung hatte wohl recht in ihrer prinzipiellen Ansicht über das Ziel einer 
deutschen Erneuerung, war jedoch unglücklich in der Wahl des Weges. Sie war nationalistisch, allein 
leider nicht sozial genug, um die Masse zu gewinnen. Ihr Antisemitismus aber beruhte auf der richtigen 
Erkenntnis der Bedeutung des Rassenproblems und nicht auf religiösen Vorstellungen. Ihr Kampf gegen 
eine bestimmte Konfession war dagegen tatsächlich und taktisch falsch. 
Die christlich-soziale Bewegung besaß eine unklare Vorstellung über das Ziel einer deutschen 
Wiedergeburt, hatte aber Verstand und Glück beim Suchen ihrer Wege als Partei. Sie begriff die 
Bedeutung der sozialen Frage, irrte in ihrem Kampf gegen das Judentum und besaß keine Ahnung von 
der Macht des nationalen Gedankens. 
Hätte die christlich-soziale Partei zu ihrer klugen Kenntnis der breiten Masse noch die richtige 
Vorstellung von der Bedeutung des Rassenproblems, wie dies die alldeutsche Bewegung erfaßt hatte, 
besessen, und wäre sie selber 
{134 Wachsende Abneigung gegen den Habsburgerstaat} 
endlich nationalistisch gewesen, oder würde die alldeutsche Bewegung zu ihrer richtigen Erkenntnis des 
Zieles der Judenfrage und der Bedeutung des Nationalgedankens noch die praktische Klugheit der 
christlich-sozialen Partei, besonders aber deren Einstellung zum Sozialismus angenommen haben, dann 
würde dies jene Bewegung ergeben haben, die schon damals meiner Überzeugung nach mit Erfolg in 
das deutsche Schicksal hatte eingreifen können. 
Daß dies nicht so war, lag zum weitaus größten Teil aller am Wesen des österreichischen Staates. 
Da ich meine Überzeugung in keiner anderen Partei verwirklicht sah, konnte ich mich in der Folgezeit 
auch nicht mehr entschließen, in eine der bestehenden Organisationen einzutreten oder gar 
mitzukämpfen. Ich hielt schon damals sämtliche der politischen Bewegungen für verfehlt und für 
unfähig, eine nationale Wiedergeburt des deutschen Volkes in größerem und nicht äußerlichem 
Umfange durchzuführen. 
Meine innere Abneigung über dem habsburgischen Staate gegenüber Wuchs in dieser Zeit immer mehr 
an. 
Je mehr ich mich besonders auch mit außenpolitischen Fragen zu beschäftigen begann, um so mehr 
gewann meine Überzeugung Boden, daß dieses Staatsgebilde nur zum Unglück des Deutschtums 
werden mußte. Immer klarer sah ich endlich auch, daß das Schicksal der deutschen Nation nicht mehr 
von dieser Stelle aus entschieden würde, sondern im Reiche selber. Dies galt aber nicht nur für 
allgemeine politische Fragen, sondern nicht minder auch für alle Erscheinungen des gesamten 
Kulturlebens überhaupt. 
Der österreichische Staat zeigte auch hier auf dem Gebiete rein kultureller oder künstlerischer 
Angelegenheiten alle Merkmale der Erschlaffung, mindestens aber der Bedeutungslosigkeit für die 
deutsche Nation. Am meisten galt dies für das Gebiet der Architektur. Die neuere Baukunst konnte 
schon deshalb in Österreich nicht zu besonders großen Erfolgen kommen, weil die Aufgaben seit dem 
Ausbau der Ringstraße wenigstens in Wien nur mehr unbe- 
{135 Österreich ein altes Mosaikbild} 
deutende waren gegenüber den in Deutschland aufsteigenden Plänen. 
So begann ich immer mehr ein Doppelleben zu führen; Verstand und Wirklichkeit hießen mich in 
Österreich eine ebenso bittere wie segensreiche Schule durchmachten, allein das Herz weilte woanders. 
Eine beklemmende Unzufriedenheit hatte damals von mir Besitz ergriffen, je mehr ich die innere 
Hohlheit dieses Staates erkannte, die Unmöglichkeit, ihn noch zu retten, aber dabei mit aller Sicherheit 
empfand, daß er in allem und jedem nur noch das Unglück des deutschen Volkes darstellen konnte. 
Ich war überzeugt, daß dieser Staat jeden wahrhaft großen Deutschen ebenso beengen und behindern 
mußte, wie er umgekehrt jede undeutsche Erscheinung fördern würde. Widerwärtig war mir das 
Rassenkonglomerat, das die Reichshauptstadt zeigte, widerwärtig dieses ganze Völkergemisch von 
Tschechen, Polen, Ungarn, Ruthenen, Serben und Kroaten usw., zwischen allem aber als ewiger 
Spaltpilz der Menschheit Juden und wieder Juden. 
Mir erscheint die Riesenstadt als die Verkörperung der Blutschande. 
Mein Deutsch der Jugendzeit war der Dialekt, den auch Niederbayern spricht; ich vermochte ihn weder 
zu vergessen, noch den Wiener Jargon zu lernen. Je länger ich in dieser Stadt weilte, um so mehr stieg 
mein Haß gegen das fremde Völkergemisch, das diese alte deutsche Kulturstätte zu zerfressen begann. 
Der Gedanke aber, daß dieser Staat noch längere Zeit zu halten wäre, erschien mir geradezu 
lächerlich.Österreich war damals wie ein altes Mosaikbild, dessen Kitt, der die einzelnen Steinchen 
zusammenbindet, alt und bröcklig geworden; solange das Kunstwerk nicht berührt wird, vermag es noch 
sein Dasein weiter vorzutäuschen, sowie es jedoch einen Stoß erhält, bricht es in tausend Scherbchen 
auseinander. Die Frage war also nur die, wann der Stoß kommen würde. \u2014Da mein Herz niemals für 
eine österreichische Monarchie, 
{l36 Die Schule meines Lebens} 
sondern immer nur für ein Deutsches Reich schlug, konnte mir die Stunde des Zerfalls dieses Staates nur 
als der Beginn der Erlösung der deutschen Nation erscheinen. 
Aus all diesen Gründen entstand immer starker die Sehnsucht, endlich dorthin zu gehen, wo seit so 
früher Jugend mich heimliche Wünsche und heimliche Liebe hinzogen. 
Ich hoffte, dereinst als Baumeister mir einen Namen zu machen und so, in kleinem oder großem 
Rahmen, den mir das Schicksal dann eben schon zuweisen würde, der Nation meinen redlichen Dienst 
zu weihen. 
Endlich aber wollte ich des Glücks teilhaftig werden, an der Stelle zu sein und wirken zu dürfen, von der 
einst ja auch mein brennendster Herzenswunsch in Erfüllung gehen mußte: der Anschluß meiner 
geliebten Heimat an das gemeinsame Vaterland, das Deutsche Reich.
Viele werden die Größe einer solchen Sehnsucht auch heute noch nicht zu begreifen vermögen, allein 
ich wende mich an die, denen das Schicksal entweder bisher dieses Glück verweigert oder in grausamer 
Härte wieder genommen hat; ich wende mich an alle die, die, losgelöst vom Mutterlande, selbst um das 
heilige Gut der Sprache zu kämpfen haben, die wegen ihrer Gesinnung der Treue dem Vaterlande 
gegenüber verfolgt und gepeinigt worden, und die nun in schmerzlicher Ergriffenheit die Stunde 
ersehnen, die sie wieder an das Herz der treuen Mutter zurückkehren läßt; ich wende mich an alle diese 
und weiß: Sie werden mich verstehen!Nur wer selber am eigenen Leibe fühlt, was es heißt, Deutscher zu 
sein, ohne dem lieben Vaterlande angehören zu dürfen, vermag die tiefe Sehnsucht zu ermessen, die zu 
allen Zeiten im Herzen der vom Mutterlande getrennten Kinder brennt. Sie quält die von ihr Erfaßten 
und verweigert ihnen Zufriedenheit und Glück so lange, bis die