Adolf Hitler   Mein Kampf
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Adolf Hitler Mein Kampf


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Blindheit 
Geschlagenen nur einfach unverständlich sein. Allein die Dinge lagen ja in Österreich selber um kein 
Haar anders. 
Träger des Bündnisgedankens waren in Österreich nur die Habsburger und die Deutschen. Die 
Habsburger aus Berechnung und Zwang, die Deutschen aus gutem Glauben und politischer \u2014 
Dummheit. Aus gutem Glauben, denn sie vermeinten, durch den Dreibund dem Deutschen Reiche selber 
einen großen Dienst zu erweisen, es Stärken und sichern zu helfen; aus politischer Dummheit aber, weil 
nicht das erst Gemeinte zutraf, sondern im Gegenteil sie dadurch mithalfen, das Reich an einen 
Staatskadaver zu ketten, der beide in den Abgrund reißen mußte, vor allem aber, weil sie ja selber nur 
durch dieses Bündnis immer mehr der Entdeutschung anheimfielen. Denn indem die Habsburger durch 
das Bündnis mit dem Reiche vor einer Einmengung von dieser Seite aus sicher sein zu können glaubten 
und leider auch mit Recht sein konnten, vermochten sie ihre innere Politik der langsamen Verdrängung 
des Deutschtums schon wesentlich leichter und risikoloser durchzuführen. Nicht nur, daß man bei der 
bekannten "Objektivität" einen Einspruch von seiten der Reichsregierung gar nicht zu befürchten 
brauchte, konnte man auch dem österreichischen Deutschtum selber jederzeit mit dem Hinweis auf das 
Bündnis den vorlauten Mund, der gegen eine etwa zu niederträchtige Art der Slawisierung sich auftun 
wollte, sofort zum Schweigen bringen. 
Was sollte denn auch der Deutsche in Österreich noch 
{142 Deutschlands falsche Bündnispolitik} 
tun, wenn doch das Deutschtum des Reiches selber der Habsburgerregierung Anerkennung und 
Vertrauen aussprach? Sollte er Widerstand leisten, um dann in der ganzen deutschen Öffentlichkeit als 
Verräter am eigenen Volkstum gebrandmarkt zu werden? Er, der seit Jahrhunderten die unerhörtesten 
Opfer gerade für sein Volkstum gebracht hatte?Was aber besaß dieses Bündnis für einen Wert, wenn 
erst das Deutschtum der Habsburgermonarchie ausgerottet worden wäre? War nicht der Wert des 
Dreibundes für Deutschland geradezu abhängig von der Erhaltung der deutschen Vormachtstellung in 
Österreich? Oder glaubte man wirklich, auch mit einem slawischen Habsburgerreich noch in einem 
Bündnis leben zu können?Die Einstellung der offiziellen deutschen Diplomatie sowie auch die der 
ganzen öffentlichen Meinung zum innerösterreichischen Nationalitätenproblem war schon nicht mehr 
dumm, sondern einfach irrsinnig! Man baute auf ein Bündnis, stellte die Zukunft und Sicherheit eines 
Siebzig-Millionen-Volkes darauf ein \u2014 und sah zu, wie die einzige Grundlage für diesen Bund beim 
Partner von Jahr zu Jahr planmäßig und unbeirrt sicher zerstört wurde. Eines Tages mußte dann ein 
"Vertrag" mit der Wiener Diplomatie übrigbleiben, die Bundeshilfe eines Reiches aber verloren sein. 
Bei Italien war dies ohnehin von Anfang an der Fall. 
Hätte man in Deutschland nur etwas klarer Geschichte studiert und Völkerpsychologie getrieben, dann 
hätte man wohl keine Stunde glauben können, daß jemals Quirinal und Wiener Hofburg in einer 
gemeinsamen Kampffront stehen würden. Italien wäre ja eher zu einem Vulkan geworden, ehe eine 
Regierung es hätte wagen dürfen, dem so fanatisch verhaßten Habsburgerstaat aber auch nur einen 
einzigen Italiener auf das Schlachtfeld zu stellen, außer als Feind. Ich habe die leidenschaftliche 
Verachtung sowie den bodenlosen Haß, mit dem der Italiener dem österreichischen Staate "zugetan" 
war, öfter als einmal in Wien aufbrennen sehen. Was das Haus Habsburg an der 
{143 Deutschlands falsche Bündnispolitik} 
italienischen Freiheit und Unabhängigkeit im Laufe der Jahrhunderte gesündigt hatte, war zu groß, als 
daß man dies hätte vergessen können, auch wenn der Wille dazu vorhanden gewesen wäre. Er war aber 
gar nicht vorhanden; weder im Volke noch bei der italienischen Regierung. Für Italien gab es deshalb 
auch nur zwei Möglichkeiten im Zusammenleben mit Österreich: entweder Bündnis oder Krieg. 
Indem man das erstere wählte, vermochte man sich in Ruhe zum zweiten vorzubereiten. 
Besonders seitdem das Verhältnis Österreichs zu Rußland immer mehr einer kriegerischen 
Auseinandersetzung entgegentrieb, war die deutsche Bündnispolitik ebenso sinnlos wie gefährlich. 
Es war dies ein klassischer Fall. an dem sich das Fehlen jeder großen und richtigen Linie des Denkens 
aufzeigen ließ. 
Warum schloß man denn überhaupt ein Bündnis? Doch nur, um so die Zukunft des Reiches besser 
wahren zu können, als es, auf sich allein gestellt, in der Lage gewesen wäre. Diese Zukunft des Reiches 
aber war doch nichts anderes als die Frage der Erhaltung der Existenzmöglichkeit des deutschen Volkes.
Mithin aber konnte die Frage dann nur lauten: Wie muß das Leben der deutschen Nation in einer 
greifbaren Zukunft sich gestalten, und wie kann man dieser Entwicklung dann die nötigen Grundlagen 
und die erforderliche Sicherheit gewährleisten im Rahmen der allgemeinen europäischen 
Machtverhältnisse?Bei klarer Betrachtung der Voraussetzungen für die außenpolitische Betätigung der 
deutschen Staatskunst mußte man zu folgender Überzeugung gelangen:Deutschland hat eine jährliche 
Bevölkerungszunahme von nahezu neunhunderttausend Seelen. Die Schwierigkeit der Ernährung dieser 
Armee von neuen Staatsbürgern muß voll Jahr zu Jahr größer werden und einmal bei einer Katastrophe 
enden, falls eben nicht Mittel und Wege gefunden 
{144 Die vier Wege deutscher Politik} 
werden, noch rechtzeitig der Gefahr dieser Hungerverelendung vorzubeugen. 
Es gab vier Wege, um einer solchen entsetzlichen Zukunftsentwicklung zu entgehen:1. Man konnte, 
nach französischem Vorbilde, die Zunahme der Geburten künstlich einschränken und damit einer 
Übervölkerung begegnen. 
Die Natur selber pflegt ja in Zeiten großer Not oder böser klimatischer Verhältnisse sowie bei armem 
Bodenertrag ebenfalls zu einer Einschränkung der Vermehrung der Bevölkerung von bestimmten 
Ländern oder Rassen zu schreiten; allerdings in ebenso weiser wie rücksichtsloser Methode. Sie 
behindert nicht die Zeugungsfähigkeit an sich, wohl aber die Forterhaltung des Gezeugten, indem sie 
dieses so schweren Prüfungen und Entbehrungen aussetzt, daß alles minder Starke, weniger Gesunde 
wieder in den Schoß des ewig Unbekannten zurückzukehren gezwungen wird. Was sie dann dennoch 
die Unbilden des Daseins überdauern läßt, ist tausendfältig erprobt, hart und wohl geeignet, wieder 
weiter zu zeugen, auf daß die gründliche Auslese von vorne wieder zu beginnen vermag. Indem sie so 
gegen den einzelnen brutal vorgeht und ihn augenblicklich wieder zu sich ruft, sowie er dem Sturme des 
Lebens nicht gewachsen ist, erhält sie die Rasse und Art selber kraftvoll, ja steigert sie zu höchsten 
Leistungen. 
Damit ist aber eine Verminderung der Zahl eine Stärkung der Person, mithin aber letzten Endes eine 
Kräftigung der Art. 
Anders ist es, wenn der Mensch eine Beschränkung seiner Zahl vorzunehmen sich anschickt. Er ist nicht 
aus dem Holze der Natur geschnitzt, sondern "human". Er versteht es besser als die grausame Königin 
aller Weisheit. Er beschränkt nicht die Forterhaltung des einzelnen als vielmehr die Fortpflanzung 
selber. Dieses erscheint ihm, der ja immer nur sich selbst und nie die Rasse sieht, menschlicher und 
gerechtfertigter zu sein als der umgekehrte Weg. Allein leider sind auch die Folgen umgekehrt:Während 
die Natur, indem sie die Zeugung freigibt, 
{145 Die vier Wege deutscher Politik} 
jedoch die Forterhaltung einer schwersten Prüfung unterwirft, aus einer Überzahl von Einzelwesen die 
besten sich als wert zum Leben auserwählt, sie also allein erhält und ebenso zu Trägern der 
Forterhaltung ihrer Art werden läßt, schränkt der Mensch die Zeugung ein, sorgt jedoch krampfhaft 
dafür, daß jedes einmal geborene Wesen um jeden Preis auch erhalten werde. Diese Korrektur des 
göttlichen Willens scheint ihm ebenso weise wie human zu sein, und er freut