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Sie konnte nicht weitersprechen, sonst wäre sie an ihren eigenen Worten erstickt. Ihre Augen brannten so sehr, dass es ernsthaft wehtat, und die Tränenflut drohte überzulaufen. Also nickte sie entschlossen – ein Schlusspunkt für diesen Satz, der kein Ende nehmen würde.
Und das wäre es gewesen. Es wäre bestimmt das Ende gewesen. Sie hätten es dabei belassen, wenn Olive nicht auf dem Weg zur Tür an ihm vorbeigekommen wäre. Wenn er sie nicht am Handgelenk gepackt hätte. Wenn er nicht sofort seine Hand zurückgezogen und aufgebracht darauf gestarrt hätte, als wäre er schockiert, dass er Olive berührt hatte, ohne sie zuvor um Erlaubnis zu fragen.
Wenn er nicht gesagt hätte: »Olive, wenn du irgendwann etwas brauchst, egal, was. Was es auch immer sein mag. Ganz egal, wann. Du kannst immer zu mir kommen.« Sein Kiefer arbeitete, als wären da noch andere Dinge, die er sagen wollte, jedoch lieber für sich behielt. »Ich würde mich freuen, wenn du zu mir kommst.«
Fast spürte sie es nicht, als sie sich mit dem Handrücken die Nässe von ihrer Wange wischte, sie merkte auch nicht, dass sie auf ihn zuging. Erst sein Geruch ließ sie aufmerken – Seife und etwas Dunkles, Subtiles, ach so Vertrautes. Ihr Gehirn hatte ihn ganz und gar abgespeichert, auf allen Sinnesebenen. In den Augen sein Fast-Lächeln, in den Händen seine Haut, in der Nase seinen Geruch. Sie brauchte nicht einmal darüber nachzudenken, was sie tun sollte, sie ging einfach auf die Zehenspitzen, legte die Hände auf seine Oberarme und küsste ihn zärtlich auf die Wange. Seine Haut war weich und warm und ein bisschen kratzig; unerwartet, aber keineswegs unangenehm.
Ein angemessener Abschied, dachte sie. Zweckmäßig und akzeptabel.
Und so legte sich seine Hand in ihr Kreuz, zog sie an seinen Körper und wandte den Kopf, bis ihre Lippen nicht mehr seine Wange berührten. Ihr stockte der Atem, ein Schnaufen an seinem Mundwinkel, und ein paar kostbare Sekunden lang genoss sie es einfach, diesen unendlichen Genuss, den sie teilten, als sie die Augen schlossen und einfach zusammen waren.
Einen letzten Moment.
Dann öffnete Olive den Mund, drehte den Kopf und hauchte an seinen Lippen: »Bitte.«
Adam seufzte tief. Und dann war noch einmal Olive diejenige, die die Distanz zwischen ihnen zunichtemachte, die den Kuss vertiefte, die ihre Hände in seine Haare grub. Sie war es auch, die nicht von ihm lassen konnte und ihn noch enger an sich zog, und er war es, der sie gegen die Wand drückte und an ihrem Mund stöhnte.
Es war beängstigend, wie gut es sich anfühlte. Wie leicht es wäre, nie mehr aufzuhören. Zuzulassen, dass die Zeit sich dehnte und streckte, alles andere zu vergessen und einfach für immer in diesem Moment zu verharren.
Aber Adam zog sich als Erster zurück, hielt ihren Blick fest, während er sich zu sammeln versuchte.

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