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»Wunderbar. Wir könnten darüber plaudern, wie hübsch es hier ist …« »Es ist schauderhaft.« »… oder über den Geschmack des Sushi …« »Eingeschlafene Füße.« »… oder den besten Film von The Fast and the Furios …« »Fast Five. Obwohl ich das Gefühl habe, du wirst sagen …« »Tokyo Drift.« »Genau.« Er seufzte, und sie lächelten sich an. Dann verblasste das Lächeln, sie sahen sich nur an, und zwischen ihnen hing etwas Mächtiges, Liebliches, das sie in ihren Bann zog und gerade noch erträglich war. Olive musste den Blick losreißen, denn – nein. Nein. Sie wandte sich ab und sah ein Pärchen an einem Tisch ein Stück rechts von ihnen. Sie bildeten das Spiegelbild von Adam und Olive, saßen sich in ihrer Nische gegenüber, sahen sich an und lächelten zögernd. »Glaubst du, die sind auch auf einem Fake-Date?«, fragte sie und lehnte sich zurück. Adam folgte ihrem Blick. »Ich dachte, beim Fake-Dating geht es hauptsächlich um Coffeeshops und das Auftragen von Sonnenschutz?« »Nee. Nur bei den Besten.« »Hmm.« Er lachte leise, konzentrierte sich dann jedoch wieder darauf, seine Essstäbchen parallel zu positionieren. »Jedenfalls kann ich es definitiv empfehlen.« Olive senkte schnell das Kinn, um ihr Lächeln zu verbergen, beugte sich vor und klaute eine Edamame. Im Hotelaufzug hielt sie sich an Adams Oberarm fest, um die hohen Schuhe auszuziehen, wobei sie eine gewisse Anmut vermissen ließ, während er ihr interessiert zuschaute und kopfschüttelnd fragte: »Ich dachte, du hättest gesagt, sie machen dir nicht die Füße kaputt.« Er klang ehrlich interessiert. Amüsiert? Zärtlich? »Ach, das ist ewig her.« Olive hob die Schuhe auf und ließ sie an den Fingern baumeln. Als sie sich aufrichtete, war Adam wieder unmöglich groß. »Im Moment wäre ich jederzeit bereit, mir die Füße abzuhacken.« Der Aufzug pingte, die Türen gingen auf. »Das schiene mir kontraproduktiv.« »Du hast ja keine Ahnung. Hey, was machst du …?« Ihr Herz verstolperte gefühlt ein Dutzend Schläge, als Adam sie kurzerhand hochhob, als wolle er ihr den klassischen Brauttransport über die Schwelle zukommen lassen. Sosehr sie auch protestierte, er schleppte sie entschlossen in ihr gemeinsames Zimmer – und das nur wegen einer Blase am kleinen Zeh. Da Olive praktisch keine Wahl hatte, legte sie die Arme um seinen Hals und ließ sich an seine Brust sinken, versuchte also, dafür zu sorgen, dass sie überlebte, falls er beschloss, sie fallen zu lassen. Doch seine Arme unter ihrem Rücken und den Knien waren angenehm solide und zuverlässig. Außerdem roch er gut. Und fühlte sich sogar noch besser an. »Weißt du, das Zimmer ist zwanzig Meter entfernt …« »Ich weiß nicht, was du damit sagen willst.« »Adam.«