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»Vielleicht.« Auch sie lächelte und erwiderte seinen Kuss, schlang die Arme um seinen Hals und fühlte einen lustvollen Schauder, als er sie an sich zog. »Olive«, sagte er und wich vorsichtig zurück, »wenn Sex aus irgendeinem Grund für dich etwas ist, bei dem … bei dem du dich nicht wohlfühlst, oder etwas, das du außerhalb einer festen Beziehung lieber nicht haben möchtest, dann …« »Nein. Nein, nichts dergleichen. Ich …« Sie holte tief Luft und suchte nach Worten. »Es liegt nicht daran, dass ich keinen Sex haben will. Nur ist es auch … es ist auch nicht gerade so, dass ich unbedingt welchen haben will. Irgendwas stimmt nicht zwischen meinem Gehirn und meinem Körper, und … ich weiß nicht, was genau es ist, aber anscheinend erlebe ich Anziehung anders als andere Menschen. Anders als normale Menschen. Ich habe versucht, einfach … einfach Sex zu haben, es hinter mich zu bringen, und der Typ, mit dem ich es versucht habe, war nett, aber die Wahrheit ist, dass ich einfach keine …« Sie schloss die Augen. Es war schwer, das zuzugeben. »Ich fühle mich sexuell nicht zu anderen hingezogen, es sei denn, ich vertraue einem Menschen wirklich und mag ihn auch. Was aus irgendeinem Grund nie gleichzeitig der Fall ist. Oder zumindest fast nie. Jedenfalls ist es lange nicht mehr passiert, aber jetzt schon – ich mag dich wirklich, Adam, und ich vertraue dir, und zum ersten Mal in einer Million Jahre möchte ich …« Sie konnte nicht weiter dozieren, weil er sie küsste, hart und hungrig, als wolle er sie verschlingen. »Ich möchte Sex haben«, sagte sie, als er einen Moment innehielt. »Mit dir. Wirklich.« »Ich auch, Olive.« Er seufzte. »Du hast keine Ahnung, wie sehr.« »Dann bitte – bitte sag nicht Nein.« Sie biss sich selbst auf die Lippe, dann ihm und knabberte anschließend noch ein bisschen an seinem Kinn. »Bitte?« Er holte tief Luft und nickte. Sie lächelte und küsste seine Halsbeuge. »Aber«, sagte er dann, »ich denke, wir sollten die Sache ein wenig anders angehen.« Es dauerte eine Weile, bis sie seine Absichten durchschaute. Nicht, weil sie beschränkt war oder blind oder naiv, was Sex anging, sondern weil … Nun, vielleicht war sie tatsächlich etwas naiv, wenn es um Sex ging. Aber bevor sie Adam begegnet war, hatte sie Sex schon eine Ewigkeit aus ihren Gedanken getilgt, und selbst wenn sie darüber nachgedacht hätte, dann niemals an diese konkrete Art von Sex – an ihn, wie er über ihr kauerte, die Handflächen auf der Innenseite ihrer Schenkel, ihre Beine auseinanderschob und sich zwischen sie kniete. Dann rutschte er nach unten, immer weiter. »Was hast du …?« Mit der Zunge schob er sie auseinander, als wäre sie Butter und als hätte er sich vorgenommen, durch sie hindurchzugleiten wie mit einem heißen Messer – langsam, aber sicher. Mühelos. Selbst als Olives Schenkel sich gegen seine Hand spannten, selbst als sie versuchte, sich wegzudrehen, hielt er nicht inne. Er gab lediglich ein tiefes, leises Geräusch von sich, holte tief Luft und begann wieder, sie zu lecken.