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»Willst du mir sagen, dass die statische Lehre für Doktoranden an unserer Fakultät unzulänglich ist?«
Sie atmete mit einem Lachen aus, plötzlich war ihr heiß, obwohl sie im kühlen Dunkel der Nacht standen. Ihre Augen brannten. »Vielleicht. Aber … ich glaube, dass eher ich diejenige bin, die unzulänglich war. Und ich möchte nicht mehr unzulänglich sein.«
»Olive.« Er kam einen Schritt näher, einen für ihn ungewöhnlich kleinen Schritt. Nicht so, dass es sie bedrängte, aber es reichte, dass sie ihn spürte. »Ist alles okay?«
»Es sind … es sind so viele Dinge in meinem Leben passiert, ehe ich dir überhaupt begegnet bin, und die haben mich wohl ein bisschen verkorkst. Da war fast immer die Angst, allein zu bleiben, und … Ich erzähle dir davon, wenn du möchtest. Doch zuerst muss ich für mich selbst herausfinden, warum ich mich lieber hinter einem Bündel von Lügen verstecke, als auch nur ein Gramm der Wahrheit zuzugeben. Ich glaube …«
Sie holte Luft und spürte, wie ihr eine einzelne Träne über die Wange rollte. Adam sah es und flüsterte leise ihren Namen.
»Ich glaube, dass ich irgendwann auf meinem Weg vergessen habe, dass ich es wert bin. Ich habe mich selbst vergessen.«
Nun war sie es, die ein Stückchen näher kam. Die die Hand auf den Saum seines Hemds legte, vorsichtig daran zupfte und sich daran festhielt, die anfing, ihn zu berühren. »Zwei Dinge möchte ich dir sagen, Adam.«
»Was kann ich …«
»Bitte, lass es mich einfach sagen.«
Es war klar, dass er nicht besonders gut darin war. Einfach dazustehen und nichts zu tun, während ihre Augen sich mit Tränen füllten. Sie konnte sehen, wie nutzlos er sich fühlte, wie seine Hände sich zu Fäusten ballten, und … sie liebte ihn umso mehr. Dafür, dass er sie ansah, als wäre sie der Anfang und das Ende all seiner Gedanken.
»Das Erste ist, dass ich dich angelogen habe. Und meine Lüge war nicht nur eine Auslassung.«
»Olive.«
»Es war eine echte Lüge. Eine schlimme, absolut bescheuerte Lüge. Ich habe dich dazu gebracht zu denken, dass ich Gefühle für einen anderen hätte, wo ich in Wahrheit … überhaupt keine hatte. Nie.«
Seine Hand legte sich an ihre Wange. »Was hast du …«
»Aber das ist nicht so wichtig.«
»Olive.« Er zog sie an sich und drückte die Lippen auf ihre Stirn. »Das spielt keine Rolle. Warum auch immer du weinst, ich bringe es in Ordnung. Ich kümmere mich darum …«
»Adam«, unterbrach sie ihn mit einem nassen Lächeln. »Es ist nicht so wichtig, nur das Zweite ist wirklich wichtig.«
Sie waren sich ganz nah. Sie roch ihn und spürte ihn, seine Hände umfassten ihr Gesicht, seine Daumen wischten ihre Tränen weg.
»Was ist das Zweite?«, murmelte er.

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