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»Holden Rodrigues«, platzte Anh ungeduldig heraus. »Malcolm hat bei der Party mit Rodrigues rumgemacht. Olive, mit dem tiefsten Bedauern muss ich dich darüber informieren, dass du entthront und nicht mehr die Präsidentin des ›Hot for Teacher‹-Clubs bist. Bist du bereit, dich schamerfüllt zurückzuziehen oder das Amt der Schatzmeisterin anzutreten?« Olive blinzelte. Mehrmals. Unverhältnismäßig oft. Und hörte sich dann sagen: »Wow.« »Ist das nicht das Krasseste …« »Coolste, Anh«, verbesserte Malcolm sofort. »Coolste.« »Manche Dinge sind auf coole Art krass.« »Richtig, aber worüber wir hier sprechen, ist ausschließlich hundertprozentig cool und nullprozentig krass …« »Moment mal«, unterbrach Olive. Ihre Kopfschmerzen hatten sich bereits um das Zwei- bis Dreifache verschlimmert. »Holden ist nicht mal in unserem Fachbereich. Warum war er überhaupt bei der Feier?« »Keine Ahnung, aber du sprichst hier einen sehr guten Punkt an, nämlich, dass er bei den Pharmakologen ist und er und ich deshalb tun und lassen können, was wir wollen, ohne es einer Menschenseele erzählen zu müssen.« Anh legte den Kopf schräg. »Ach ja?« »Jepp. Wir haben Stanfords Verhaltenskodex gecheckt – auf dem Weg zur Apotheke, wo wir Kondome gekauft haben. Praktisch als Vorspiel.« Verträumt und selig schloss er die Augen. »Werde ich jemals wieder eine Apotheke betreten können, ohne einen Ständer zu bekommen?« Olive räusperte sich. »Ich freue mich sehr für dich.« Das tat sie wirklich. Obwohl sich das Ganze schon etwas seltsam anfühlte. »Wie kam es denn dazu?« »Ich hab ihn angebaggert. Es war wundervoll.« »Er war völlig schamlos, Olive. Und wundervoll. Ich hab Fotos gemacht.« Malcolm schnappte empört nach Luft. »Du weißt schon, dass so etwas illegal ist und ich dich verklagen könnte. Falls ich aber auf den Fotos gut aussehen sollte, schick sie mir bitte.« »Mach ich, Baby. Jetzt erzähl uns, wie der Sex war.« Die Tatsache, dass Malcolm, der für gewöhnlich sehr freimütig von seinem Sexualleben erzählte, nur wieder mit einem seligen Lächeln die Augen schloss, sprach Bände. Anh und Olive wechselten einen langen, beeindruckten Blick. »Und das ist noch nicht mal der beste Teil. Er möchte mich wiedersehen. Heute. Wir haben ein Date. Und er hat das Wort ›Date‹ ganz spontan und unaufgefordert benutzt.« Er ließ sich auf die Matratze zurückfallen. »Er ist so heiß. Und lustig. Und nett. Ein süßes, schmutziges Biest.« Malcolm sah so glücklich aus, dass Olive nicht widerstehen konnte: Sie schluckte den Kloß, der sich irgendwann gestern Abend in ihrer Kehle gebildet hatte, hüpfte neben ihn auf das Bett und umarmte ihn von Herzen. Anh folgte ihrem Beispiel. »Ich freue mich so für dich, Malcolm.« »Ich auch«, stimmte Anh ein, etwas gedämpft von seinen Haaren.