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»Nein.«
»Können Sie Ihren Namen ändern, Ihre Fingerspitzen kauterisieren, sich ins Zeugenschutzprogramm aufnehmen lassen und verschwinden?«
»Hmm, da bin ich nicht sicher. Ich bin keine amerikanische Staatsbürgerin.«
»Dann wahrscheinlich nicht. Können Sie mit voller Überzeugung ›Scheiß drauf‹ sagen, es sein lassen und mit den Konsequenzen leben?«
Olive schloss die Augen und überlegte. Was genau wären die Konsequenzen, wenn sie nicht tat, was sie vorhatte? Zum einen hätte Tom die Freiheit, sich weiterhin als absoluter Scheißkerl auszuleben. Und Adam würde niemals erfahren, dass er ausgenutzt wurde. Er würde nach Boston ziehen. Und Olive hätte keine Möglichkeit mehr, mit ihm zu sprechen. Alles, was er ihr bedeutete, wäre einfach zu Ende …
Mit einer Lüge.
Einer weiteren in einer langen Reihe von Lügen. Sie hatte so viel gelogen und hätte so viele wahre Dinge sagen können, was sie nicht getan hatte. Aus Angst vor der Wahrheit. Aus Angst davor, die Menschen, die sie liebte, zu verlieren. All das, weil sie um keinen Preis mehr allein sein wollte.
Nun, das Lügen hatte nicht sonderlich gut funktioniert. Genau genommen war es in letzter Zeit echt zum Kotzen gewesen. Es war wohl Zeit für Plan B.
Zeit für ein bisschen Wahrheit.
»Nein. Mit den Konsequenzen möchte ich nicht leben.«
Jetzt grinste Sarah Helen. »Dann, meine Liebe, solltest du aussteigen und die Sache durchziehen.« Sie drückte auf einen Knopf, und mit einem Klick war die Beifahrertür entriegelt. »Außerdem musst du mir ein richtig gutes Rating geben. Für die Gratistherapiesitzung.«
Tatsächlich schaffte Olive es diesmal, auszusteigen. Sie gab Sarah Helen ein hundertfünfzigprozentiges Trinkgeld, holte tief Luft und machte sich auf den Weg ins Restaurant.
Sie sah Adam sofort. Schließlich war er groß und das Restaurant eher klein, was die Suche immens erleichterte. Ganz davon abgesehen, dass er mit ungefähr zehn Leuten, die allesamt aussahen wie extrem ernsthafte Mitglieder des Harvard-Lehrkörpers, an einem Tisch saß. Und natürlich war auch Tom anwesend.
Ach du Scheiße, dachte sie, während sie mit Kurs auf Adam an der schwer beschäftigten Kellnerin vorbeihuschte. Da sie annahm, dass ihr roter Dufflecoat seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, war ihr Plan, ihm mit Gesten zu verstehen zu geben, dass er auf sein Handy schauen sollte, und ihm dann eine Nachricht zu schicken, ihr bitte, bitte, bitte fünf Minuten seiner Zeit zu opfern, wenn das Dinner vorbei war. Sie dachte, es wäre ihre beste Option, ihm heute Abend alles zu sagen – denn morgen wären die Gespräche abgeschlossen, und bei seiner Entscheidung sollte er zumindest die Möglichkeit haben, sich von der Wahrheit beeinflussen zu lassen. Sie war durchaus zuversichtlich, dass ihr Plan funktionieren würde.
Bloß hatte Olive nicht damit gerechnet, dass Adam in dem Moment, als er sie entdeckte, in eine Unterhaltung mit einer jungen, sehr hübschen Hochschullehrerin verwickelt wäre. Sie hatte

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