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»Ach nichts … Meine Freunde sind doof, und ich hasse sie.« Sofort bekam sie Gewissensbisse. »Nein, eigentlich hasse ich sie überhaupt nicht. Aber ich hasse es, dass ich sie so mag.«
»Meinst du deine Sonnenschutzfreundin? Anh?«
»Genau die. Und auch meinen Mitbewohner, der es wirklich besser wissen müsste.«
»Was haben sie denn getan?«
»Sie …« Olive presste sich die Finger auf die Augen. »Eine sehr lange Geschichte. Sie haben sich schon Unterkünfte für die SBD gesucht, anders als geplant, und deshalb bin ich plötzlich auf mich gestellt.«
»Warum haben sie das gemacht?«
»Weil …« Sie schloss einen Moment die Augen und seufzte. »Weil sie angenommen haben, ich würde bei dir wohnen wollen. Weil du eben mein … du weißt schon. Weil du mein ›Freund‹ bist.«
Ein paar Sekunden vergingen. Dann sagte Adam: »Aha.«
»Jepp. Eine ziemlich kühne Annahme, aber …« Sie breitete die Arme aus und zuckte die Achseln.
Er kaute auf der Innenseite seiner Wange und sah nachdenklich aus. »Tut mir leid, dass du nicht mit ihnen zusammenwohnen kannst.«
Sie machte eine wegwerfende Geste. »Oh, das ist es nicht. Klar, es hätte Spaß gemacht, aber das Schlimme ist, dass ich jetzt etwas anderes finden muss, und in erreichbarer Nähe gibt es keine Angebote, die ich mir leisten kann.« Ihr Blick landete auf dem Bildschirm ihres Laptops. »Ich denke, ich werde dieses Motel hier buchen müssen, das eine Stunde entfernt ist und …«
»Würden sie es nicht rausfinden?«
Sie blickte von dem körnigen, düster wirkenden Foto des Etablissements auf. »Hmm?«
»Würde Anh nicht mitkriegen, dass du nicht bei mir übernachtest?«
Oh. »Wo bist du denn untergebracht?«
»Im Kongresshotel.«
Na klar. »Tja.« Olive kratzte sich an der Nase. »Ich sage es ihr nicht, und ich glaube, dass sie nicht allzu sehr darauf achten wird, wo ich wohne.«
»Aber es würde ihr schon auffallen, wenn du jedes Mal eine Stunde unterwegs bist.«
»Ich …« Ja. Anh und Malcolm würden es merken und Fragen stellen. Um das zu managen, würde Olive sich jede Menge Ausreden und noch mehr Halbwahrheiten ausdenken müssen. Noch einige weitere Klötze zu dem Jenga-Turm hinzufügen, an dem sie seit Wochen baute. »Ich kriege das schon irgendwie hin.«
Er nickte langsam. »Tut mir leid.«
»Oh, es ist nicht deine Schuld.«
»Man könnte durchaus argumentieren, dass ich dafür Verantwortung trage.«
»Nein, überhaupt nicht.«

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