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»Ach ja?«
»Das Kongressprogramm«, erwiderte er und musterte sie etwas seltsam. »Ist dir nicht aufgefallen, dass wir in derselben Fachgruppe sind?«
Mist. »Äh – ich … ich hab überhaupt nicht darauf geachtet, wer noch dazugehört.« Weil ich zu sehr damit beschäftigt war, in Panik zu geraten.
»Keine Sorge. Sind zum größten Teil langweilige Leute.« Er zwinkerte, und während er sie zum Podium führte, glitt seine Hand auf ihren Rücken. »Abgesehen von dir und mir natürlich.« Und dann ging es schon los.
Ihr Vortrag lief nicht schlecht.
Allerdings auch nicht perfekt. Zweimal stolperte sie bei ihren Erläuterungen des Membranpotenzials über den Begriff »Channelrhodopsin«, und durch irgendeinen merkwürdigen Trick des Beamers erinnerte ihre Zelleinfärbung eher an einen schwarzen Klumpen als an ein ordentliches Scheibenpräparat. »Auf meinem Computer sieht das anders aus«, erklärte Olive den Zuhörern mit einem gezwungenen Lächeln. »Vertrauen Sie mir in diesem Punkt einfach.«
Das Publikum kicherte, und Olive entspannte sich ein kleines bisschen, dankbar, dass sie Stunden damit verbracht hatte, alles auswendig zu lernen, was sie sagen wollte. Der Raum war nicht so voll, wie sie befürchtet hatte, und eine Handvoll Leute – wahrscheinlich arbeiteten sie an anderen Instituten an ähnlichen Projekten –, machten sich sogar Notizen und lauschten Olives Worten konzentriert. Eigentlich hatte sie erwartet, dass sie es überwältigend und angsteinflößend fände, aber ungefähr nach der Hälfte ihres Vortrags merkte sie, dass es sie seltsam euphorisch stimmte, mit Menschen zusammenzukommen, die offensichtlich mit Leidenschaft den gleichen Forschungsfragen nachgingen, denen sie die letzten beiden Jahre ihres Lebens gewidmet hatte.
In der zweiten Reihe bemühte Malcolm sich um einen faszinierten Gesichtsausdruck, während Anh, Jeremy und noch einige andere Doktoranden aus Stanford jedes Mal enthusiastisch nickten, wenn Olive zufällig in ihre Richtung schaute. Tom starrte sie entweder durchdringend an oder checkte mit gelangweilter Miene sein Telefon – was, da er Olives Abhandlung bereits gelesen hatte, durchaus verständlich war. Da sie dem Zeitplan schon etwas hinterherhinkten, erlaubte die Moderatorin am Ende nur eine einzige Frage, die Olive leicht beantworten konnte. Danach schüttelten ihr zwei bekannte Krebsforscherinnen die Hand, bei denen Olive sich zusammenreißen musste, nicht in fangirlhafte Anbetung zu verfallen, und stellten ihr Fragen zu ihrer Arbeit. Sie war völlig außer sich, vor Freude ebenso wie vor Verlegenheit.
»Du warst umwerfend«, sagte Anh, als es vorbei war, drängelte sich zu ihr und umarmte sie. »Außerdem siehst du so heiß und professionell aus, dass ich während deines Vortrags eine Vision von deiner wissenschaftlichen Zukunft hatte.«
Olive schlang die Arme um sie. »Was für eine Vision denn?«
»Du warst eine Hochleistungsforscherin, umgeben von Studenten, die gebannt an deinen Lippen hingen. Und du hast eine E-Mail mit mehreren Absätzen mit einem kleingeschriebenen Nein beantwortet.«

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