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»Olive. Du wirst doch nicht im Ernst glauben, dass ich dein Projekt in meinem Labor angenommen habe, weil du so brillant bist. Ein Mädchen wie du. Das schon so früh in ihrer akademischen Laufbahn herausgefunden hat, was für sie die beste Aufstiegsmethode ist. Nämlich, erfolgreiche Wissenschaftler zu ficken. Du hattest Sex mit Adam, oder etwa nicht? Wir wissen beide, dass du auch mich ficken wirst, und zwar aus genau den gleichen Gründen.« »Was zum …« Mit ausgestreckter Hand trat Tom vor, als wolle er Olive das Telefon entreißen. Allerdings kam er nicht weit, denn Adam stieß ihm so gegen den Brustkorb, dass Tom ein paar Schritte zurückstolperte. Adam sah Tom nicht an. Auch Olive nicht, er starrte wie gebannt auf ihr Handy, im Gesicht einen finsteren, gefährlich ruhigen Ausdruck. »Bitte. Willst du mir jetzt auch noch weismachen, dass du geglaubt hast, dein jämmerliches Geschreibsel wäre aufgrund seiner Qualität und wissenschaftlichen Bedeutung für diesen Vortrag ausgewählt worden? Da hat jemand wohl eine sehr hohe Meinung von sich, was? Wenn man bedenkt, dass dein Forschungsprojekt völlig nutzlos und bestenfalls von anderen abgeleitet ist. Und dass du kaum zwei Wörter aneinanderreihen kannst, ohne zu stottern.« »Er war es«, sagte Adam. Seine Stimme war noch immer leise, kaum ein Flüstern und trügerisch gefasst. »Es war Tom. Der Grund dafür, dass du geweint hast.« Olive konnte nur nicken. Im Hintergrund dröhnte Toms Stimme immer weiter und redete nun davon, wie mittelmäßig sie war. Dass Adam ihr niemals glauben würde. Überhäufte sie mit Entwürdigungen. Diskriminierungen. »Das ist doch lächerlich.« Tom näherte sich wieder und versuchte erneut, Olive das Telefon wegzunehmen. »Ich weiß wirklich nicht, was für ein Problem dieses kleine Biest hier hat, aber sie ist eindeutig …« Adam explodierte so schnell und unvermittelt, dass Olive nicht einmal mitbekam, wie er sich in Bewegung setzte. Gerade noch stand er vor ihr, und in der nächsten Sekunde hatte er Tom gegen die Wand gedrückt. »Ich bring dich um«, stieß er hervor, kaum mehr als ein Knurren. »Wenn du noch ein Wort über die Frau sagst, die ich liebe, wenn du sie auch nur anschaust, wenn du nur an sie denkst – dann drehe ich dir den Hals um.« »Adam …«, keuchte Tom mit erstickter Stimme. »Was soll’s, ich werde es sowieso tun.« Inzwischen stürzten die anderen Leute im Restaurant heran, die Wirtin, ein Kellner, auch mehrere Mitglieder des Lehrkollegiums waren aufgesprungen, eine kleine Menschenmenge, die wild durcheinanderbrüllte und versuchte, Adam von Tom wegzuzerren – ohne Erfolg. Unwillkürlich dachte Olive daran, wie Adam den Wagen von Cherie geschoben hatte, und in einem Moment der Hysterie hätte sie um ein Haar losgelacht.