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»Nimm es zurück! Meine Füße sind süß.« »Kann schon sein, auf hässliche Art.« »Das ist unmöglich.« Er lachte, und sie spürte seinen warmen Atem an der Wange. »Wahrscheinlich gibt es irgendein zusammengestückeltes deutsches Wort dafür. Mit der Bedeutung ›süß, aber außerordentlich hässlich‹.« Olive biss ihn in die Lippe, und Adam, der sich doch sonst immer im Griff hatte, schien die Kontrolle zu verlieren und plötzlich mehr zu wollen. Ohne sich von ihr zu lösen, drehte er sie, so dass sie unter ihm lag, und aus dem Beißen wurde ein Kuss. Vermutlich hätte sie ihm sagen sollen, er solle aufhören. Sie war verschwitzt und klebrig und hätte sich entschuldigen und unter die Dusche gehen müssen, was die gute Sex-Etikette gewiss verlangte. Aber er fühlte sich so warm und stark an, er strahlte buchstäblich. Und er roch wunderbar, selbst nachdem sie all das getan hatten, was sie getan hatten. Wie sollte sie da ihre Arme daran hindern, sich um seinen Hals zu schlingen? Ihn zu sich heranzuziehen? »Du wiegst mindestens eine Tonne«, erklärte sie ihm. Aber als er Anstalten machte aufzustehen, schlang sie die Beine um seine Mitte und klammerte sich an ihn. Bei ihm fühlte sie sich geborgen. Zu allem fähig. Bei ihm verwandelte sie sich in eine machtvolle, entschlossene Person, eine, die es schaffte, Tom Benton ebenso wie den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu besiegen, und das noch vorm Frühstück. »Geh nicht, ich liebe das. Bitte bleib.« Sie grinste zu ihm empor, und sah, dass sein Atem sich beschleunigte. »Du bist wohl tatsächlich eine Deckenklauerin.« In ihrer Halsbeuge gab es eine Stelle, die er schon vorhin gefunden hatte, eine Stelle, die sie zum Seufzen brachte, dazu, sich emporzuwölben und ins Kissen zu schmelzen. Jetzt stürzte Adam sich auf diese Stelle, als wäre es sein neuer geographischer Norden. Bei seiner Art, sie zu küssen, vorsichtig und hemmungslos zugleich, staunte sie jedes Mal, wie sie jemals hatte denken können, Küssen sei eine langweilige, ziellose Angelegenheit. »Ich sollte duschen gehen«, sagte sie, rührte sich aber nicht. Er glitt an ihr hinunter, nur ein paar Zentimeter, genug, dass ihr Schlüsselbein ihn ablenkte. Dann beschäftigte ihn ihre Brust. »Adam.« Er ignorierte sie, liebkoste ihre Hüftknochen, ihren Rippenbogen, die straffe Haut ihres Bauchs. Er küsste jede einzelne Sommersprosse, als wolle er sie sich ins Gedächtnis einbrennen – und es gab sehr viele davon auf Olives Haut. »Ich bin ganz klebrig, Adam«, beharrte sie und wand sich ein bisschen. Seine einzige Reaktion war, die Hand zu ihrem Hintern wandern zu lassen und von dort immer weiter. »Psst, waschen kommt später«, sagte er. Im Nu war sein Finger wieder in ihr, und sie keuchte auf, denn – o Gott. Oh. O Gott. Olive schloss die Augen und ließ sich gehen, fühlte, wie er die Haut zwischen ihrem Schenkel und dem Bauch leckte, hörte ein tiefes Stöhnen aus ihrem eigenen Mund und griff in seine Haare, um ihn noch näher zu sich zu ziehen. Ganz sicher war sie nicht mehr klebrig, als sie kam – in langsamen Kontraktionen, die zu heftigen Wogen anschwollen und ihre Schenkel erzittern ließen. Und genau in diesem Moment fragte er: »Noch einmal?«