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»Hm.« Adam verschränkte die Arme vor der Brust. »Und wie war das Resultat deines Blots?« »Das ist nicht die Frage«, grinste sie. »Was hast du hier eigentlich gemacht?« »Wie meinst du das?« »Vor einem Jahr. Warum bist du noch so spät hier im Gebäude rumgelaufen?« »Das weiß ich nicht mehr. Vielleicht hatte ich eine Deadline. Oder ich war auf dem Nachhauseweg.« Er zuckte die Achseln und scannte den Flur, bis er schließlich den Wasserspender entdeckte. »Vielleicht hatte ich Durst.« »Vielleicht.« Olive trat einen Schritt näher zu ihm. »Vielleicht warst du insgeheim auf der Suche nach einem Kuss.« Er warf ihr einen langen Blick zu. »Vielleicht.« Sie machte einen weiteren Schritt und noch einen. Dann piepte der Alarm von Olives Handy, direkt in dem Augenblick, als sie vor ihm stand. Eine erneute Missachtung seines persönlichen Raums. Aber als Olive sich diesmal auf die Zehenspitzen stellte und die Arme um seinen Hals schlang, zog er sie an sich. Ein Jahr war vergangen. Und inzwischen war er ihr so vertraut, dass sie alles auswendig kannte – das Maß seiner Schultern, das Kratzen seiner Bartstoppeln, den Duft seiner Haut. Sie fühlte das Lächeln in seinen Augen. Olive ließ sich an ihn sinken, schob ihre Lippen an sein Ohr und flüsterte leise: »Darf ich dich küssen, Dr. Carlsen?«