Logo Passei Direto
Buscar
Material
páginas com resultados encontrados.
páginas com resultados encontrados.

Prévia do material em texto

»Ja. Spritzen sind furchtbar.«
»Allerdings«, sagte er, immer noch misstrauisch.
»Und absolut beängstigend.« Sie fasste ihn am Ellbogen und zog ihn in Richtung des Fluenchella-Zelts. »Aber du musst deine Angst überwinden. Im Dienste der Wissenschaft. Wir lassen uns jetzt impfen.«
»Ich …«
»Das ist nicht verhandelbar. Ich halte währenddessen deine Hand.«
»Du musst nicht meine Hand halten. Weil ich nicht mitkomme.« Aber er kam doch mit. Eigentlich hätte er einfach stehen bleiben können – was hätte sie dagegen unternehmen sollen? Doch er folgte ihr.
Sie ließ ihre Hand auf sein Handgelenk gleiten und blickte zu ihm auf. »Und ob.«
»Zwing mich nicht dazu.« Er machte ein gequältes Gesicht. »Bitte.«
Er war tatsächlich unglaublich süß. »Es ist zu deinem eigenen Besten. Und zum Besten all der alten Leute, die in deine Nähe kommen. Der Leute, die noch älter sind als du, meine ich.«
Er seufzte, als würde er sich geschlagen geben. »Olive.«
»Komm schon. Vielleicht haben wir ja Glück, und der Fakultätsleiter sieht uns. Und hinterher kaufe ich dir ein Sandwicheis.«
»Werde ich das Sandwicheis bezahlen?«, fragte er, und es klang, als hätte er seinen Widerstand aufgegeben.
»Wahrscheinlich schon. Ach nein, vergiss es, du magst ja bestimmt kein Eis, weil dir nichts Schönes im Leben gefällt.« Sie kaute nachdenklich auf der Unterlippe. »Vielleicht gibt es in der Cafeteria rohen Brokkoli?«
»Verbale Beleidigungen dieser Art habe ich nicht verdient, wenn ich mich schon impfen lassen muss.«
Sie grinste übers ganze Gesicht. »Du bist so tapfer. Obwohl die große böse Nadel es auf dich abgesehen hat.«
»Du bist so eine Klugscheißerin.« Und dennoch wehrte er sich nicht, als sie ihn hinter sich herzog.
Es war zehn Uhr an einem sommerlichen Morgen im Frühherbst, an dem die Sonne schon zu warm auf Olives Baumwollshirt strahlte; auch die Blätter der Amberbäume waren noch tiefgrün und machten keine Anstalten, die Farbe zu wechseln. Alles war so anders an diesem Sommer, der nicht enden wollte und sich in voller Pracht über den Semesterbeginn hinaus erstreckte. Die Studenten waren wohl im Unterricht eingeschlafen oder lagen noch im Bett, denn ausnahmsweise herrschte auf dem Campus der Stanford University kein hektisches Chaos. Und Olive – Olive hatte ein neues Labor gefunden. Alles, worauf sie hinarbeitete, seit sie fünfzehn war, war auf einmal in greifbarer Nähe.
Viel besser konnte es nicht mehr werden.
Mit einem strahlenden Lächeln atmete sie den Duft der Blumen ein und summte leise vor sich hin, während sie neben Adam herlief, Seite an Seite, in einvernehmlichem Schweigen. Als sie den Hof überquerten, glitten Olives Finger von seinem Handgelenk und verflochten sich mit seinen.

Mais conteúdos dessa disciplina