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Adam fuhr sich mit der Hand durch die Haare, und eine Strähne fiel ihm in die Stirn. »Wir haben uns zusammengetan. Wir waren sicher, dass unsere Fähigkeiten sich ergänzen würden – ein Pharmakologieexperte kann mithilfe eines Bioinformatikers mehr erreichen und umgekehrt. Und wir hatten recht. Wir haben eine sehr ordentliche Studie auf die Beine gestellt. Es war anstrengend, aber auch ermutigend – wir haben uns die Nächte um die Ohren geschlagen. Und die ganze Zeit über haben wir gewusst, dass wir etwas ganz Neues entdecken würden. Was auch so war.« Einen Moment lang schien er in der Erinnerung zu schwelgen. Aber dann presste er die Lippen zusammen. »Und als wir am Ende des Semesters unserem Betreuer die Ergebnisse präsentierten, erklärte er uns, wir würden beide keine Förderung mehr erhalten, weil wir zusammengearbeitet und uns nicht an seine Anweisungen gehalten hatten. Den darauffolgenden Frühling verbrachten wir damit, pro Woche sechs Biologie-Anfängerkurse zu geben – zusätzlich zur Laborarbeit. Holden und ich haben damals zusammengewohnt, und ich schwöre dir, er hat im Schlaf ›Mitochondrien sind das Kraftzentrum der Zelle‹ gemurmelt – ich hab es genau gehört.« »Aber … ihr habt eurem Betreuer doch geliefert, was er wollte.« Adam schüttelte den Kopf. »Er wollte ein Machtspiel daraus machen. Und das war es am Ende auch: Er hat uns dafür bestraft, dass wir nicht nach seiner Pfeife getanzt haben, und die Ergebnisse, die wir ihm geliefert hatten, veröffentlicht, ohne zu erwähnen, welche Rolle wir dabei gespielt hatten.« »Ich …« Ihre Finger bohrten sich in den weichen Stoff ihres geliehenen T-Shirts. »Adam, es tut mir wirklich leid, dass ich dich jemals mit ihm verglichen habe. Ich wollte nicht …« »Ist in Ordnung.« Er lächelte, angespannt, aber beruhigend. Aber für Olive war es nicht in Ordnung. Adam konnte direkt sein, so direkt, dass es manchmal wehtat. Stur und unverblümt und kompromisslos. Nicht immer freundlich. Aber nie hinterhältig oder bösartig. Im Gegenteil: Er war absolut ehrlich und verlangte von anderen nicht mehr als dieselbe Disziplin, die er sich selbst auferlegte. Sosehr seine Doktoranden sich über sein strenges Feedback oder die umfangreiche Arbeit im Labor beschwerten, die er ihnen abverlangte, erkannten doch alle an, dass er ein sehr aktiver Mentor war, der einen dennoch niemals einengte. Die meisten seiner Doktoranden hatten bei ihrem Abschluss mehrere Publikationen vorzuweisen und ergatterten exzellente Stellen. »Du wusstest das ja nicht.« »Trotzdem hätte ich …« Sie hatte ein schlechtes Gewissen und biss sich auf die Lippe. Plötzlich spürte sie ihre Erschöpfung. Und ihre Wut auf Adams Betreuer ebenso wie auf Tom, diese Männer, die die Universität als ihren persönlichen Spielplatz betrachteten. Auch auf sich selbst, weil sie nicht wusste, wie sie sich dagegen wehren sollte. »Warum hat niemand ihn gemeldet?«