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Er grinste, und … Olive begriff, dass Malcolm recht hatte. Genau genommen hatte er schon die letzten zwei Jahre recht gehabt: Holden hatte tatsächlich etwas auffallend Unbeschwertes an sich, das unglaublich anziehend war. Nicht, dass Olive an etwas anderem als an großen, düsteren, übellaunigen männlichen Prachtexemplaren mit Genie-IQ interessiert gewesen wäre.
»Ich kann es ja verstehen, ich hätte das während meines Studiums auch gemacht. Und – wie geht es dir?«
»Ganz gut. Und dir?«
Holden ignorierte ihre Frage und lehnte sich lässig an die Wand. »Wie schlimm ist es?«
»Schlimm?«
»Dass Adam weg ist. Himmel, sogar ich vermisse den kleinen Scheißkerl.« Er kicherte. »Kommst du zurecht?«
»Oh.« Olive zog die Hände aus den Taschen, verschränkte die Arme vor der Brust, überlegte es sich dann anders und ließ sie etwas unbeholfen rechts und links an sich herunterhängen. Jepp. Perfekt. Ganz natürlich bleiben. »Ganz okay. Gut. Viel zu tun.«
Holden sah ehrlich erleichtert aus. »Großartig. Habt ihr telefoniert?«
Nein. Natürlich nicht. Telefonieren ist das Schwierigste, Stressigste der Welt, das kann ich nicht mal mit der netten Frau, die meine Termine für die Zahnreinigung macht, geschweige denn mit Adam Carlsen. »Eher Nachrichten geschrieben, du weißt schon.«
»Allerdings. Aber so zugeknöpft und unfreundlich Adam zu dir auch sein mag, sei dir bitte im Klaren darüber, dass er sich bemüht und zu allen anderen Menschen tausendmal schlimmer ist. Einschließlich mir.« Er seufzte und schüttelte den Kopf, aber man spürte seine Zuneigung. Eine entspannte Sympathie, die Olive nicht entging. Er hatte Adam als »ältesten Freund« bezeichnet, was offensichtlich ernst gemeint war. »Aber er ist schon netter geworden, seit ihr beiden euch trefft.«
Inzwischen war Olive die ganze Situation so peinlich, dass sie eine Ganzkörpergänsehaut entwickelte. Weil ihr nichts Besseres zu sagen einfiel, entschied sie sich für ein simples, gequältes, peinliches »Echt?«.
Holden nickte. »Jepp. Ich bin so froh, dass er endlich den Mut aufgebracht hat, dich zu fragen. Seit Jahren redet er ununterbrochen von dieser ›tollen Frau‹, aber immer hat er sich Sorgen gemacht, weil ihr an derselben Fakultät arbeitet, und du weißt ja, wie er ist …« Er zuckte die Achseln und machte eine resignierte Geste. »Ich bin froh, dass er es endlich geschafft hat, sich aufzuraffen.«
Olives Gehirn stotterte, die Neuronen gerieten ins Stocken, und sie brauchte mehrere Sekunden, um zu verarbeiten, dass Adam angeblich schon seit Jahren etwas von ihr gewollt hatte. Sie konnte es nicht begreifen, denn … es war unmöglich. Es ergab keinen Sinn. Adam hatte Olive nie wahrgenommen, bis sie ihn vor ein paar Wochen mit dem Pseudokuss überfallen hatte. Und je länger sie darüber nachdachte, desto überzeugter war sie, dass er sie auf jeden Fall auf ihre Begegnung auf der Toilette angesprochen hätte, wenn er sich denn daran erinnern würde. Immerhin war er berüchtigt ob seiner gnadenlosen Direktheit.

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