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keine gute Idee. Es war eine furchtbare Idee. Wie all ihre Ideen. »Natürlich.« Er sah an Olive vorbei zu Anh, die wahrscheinlich gerade eine ganze Insta-Story über sie postete. »Okay.« »Okay.« Er trat ein kleines Stück näher, und tatsächlich, er war ganz und gar nicht eklig. Wie jemand so Verschwitztes so gut riechen konnte, wäre ein lohnenswertes Dissertationsthema, so viel stand fest. »Wie wäre es, wenn ich …« Olive schmiegte sich ganz leicht an ihn, und nachdem ihre Hand einen Moment zögerlich in der Luft verharrt hatte, legte sie sie auf Adams Schulter. Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen und reckte sich zu ihm hoch. Doch das half wenig, da Olive nicht groß genug war, um seinen Mund zu erreichen, also versuchte sie, sich in eine bessere Position zu bringen, indem sie ihre andere Hand auf seinen Arm legte, und erkannte sofort, dass sie ihn quasi umarmte. Dabei hatte er sie doch gerade erst gebeten, genau das nicht zu tun. Mist. »Sorry, bin ich dir zu nah? Ich wollte nicht …« Sie hätte den Satz beendet, wenn er nicht die Distanz zwischen ihnen überbrückt und sie einfach … geküsst hätte. Einfach so. Es war kaum mehr als ein Schmatzer – seine Lippen drückten sich auf ihre, und seine Hand umfasste ihre Taille, um ihr Halt zu geben. Es war ein Kuss, gerade so, und er rechtfertigte ganz sicher weder das albern überbordende Klopfen ihres Herzens noch das warme Wabern tief in ihrem Bauch. Unangenehm war es nicht, aber verwirrend und ein bisschen beängstigend, und so zog sich Olive schon nach einem kurzen Moment zurück. Als sie sich auf die Fersen zurücksinken ließ, schien es den Bruchteil einer Sekunde, als würde Adam ihrer Bewegung folgen und versuchen, die Lücke zwischen ihrem Mund und seinem zu schließen. Doch als sie die Benommenheit weggeblinzelt hatte, stand er aufrecht vor ihr, eine zarte Röte auf den Wangen, und seine Brust hob und senkte sich mit jedem Atemzug. Vermutlich hatte sie den letzten Teil geträumt. Sie musste den Blick unbedingt sofort von ihm abwenden. Und er von ihr. Warum starrten sie einander so an? »Okay«, sagte sie mit seltsam schriller Stimme. »Das, ähm … hat funktioniert.« Ein Muskel in Adams Kiefer zuckte, aber er antwortete nicht. »Also, dann gehe ich mal zu … ähm …« Sie deutete mit dem Daumen über ihre Schulter. »Anh?« »Ja. Zu Anh.« Er schluckte schwer. »Okay. Ja.« Sie hatten sich geküsst – schon zweimal. Was natürlich völlig unerheblich war. Das interessierte niemanden. Aber zwei Küsse. Und dann auch noch das Auf-dem-Schoß-Sitzen. Aber das alles spielte keine Rolle, sagte sie sich erneut. »Wir sehen uns? Nächste Woche?«