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Bevor sie sich eines Besseren besinnen konnte, musterte Olive ihn von Kopf bis Fuß: seinen hochgewachsenen Körper, seine breiten Schultern, seine dunklen Haare, die sich um die Ohren lockten. Er sah nicht eklig aus. Nicht mal in ihren Augen, obwohl sie sonst kein Fan von Typen war, die aussahen, als würden sie einen zweistelligen Prozentsatz ihrer Zeit im Fitnessstudio verbringen. Er sah …
… nicht eklig aus.
Aber vielleicht war es trotzdem besser, wenn sie sich nicht umarmten. Sonst würde sie womöglich etwas ungeheuer Dummes tun. Sie sollte sich einfach verabschieden und gehen – ja, das war das Beste.
Doch stattdessen kam etwas absolut Irrsinniges aus ihrem Mund.
»Wollen wir uns dann einfach küssen?«, platzte sie heraus. Und dann wünschte sie, ein verirrter Meteorit möge genau dort einschlagen, wo sie stand, denn – hatte sie Adam Carlsen gerade wirklich um einen Kuss gebeten? War sie jetzt völlig verrückt geworden?
»Ich meine, natürlich kein richtiger Kuss«, fügte sie hastig hinzu. »Sondern wie letztes Mal. Du weißt schon, was ich meine.«
Anscheinend wusste er nicht, was sie meinte. Was durchaus Sinn ergab, denn ihr letzter Kuss war definitiv ein richtiger Kuss gewesen. Olive versuchte, nicht zu oft daran zu denken, aber die Erinnerung daran blitzte hin und wieder in ihren Gedanken auf, meist, wenn sie gerade etwas Wichtiges tat, das höchste Konzentration erforderte, wie zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse einer Maus zu untersuchen, oder sich zu entscheiden versuchte, was sie bei Subway bestellen sollte. Gelegentlich tauchte der Kuss auch in ruhigen Momenten auf, wenn sie im Bett lag und gerade einschlafen wollte, und dann durchflutete sie eine Mischung aus Scham, Fassungslosigkeit und noch etwas anderem. Etwas, das sie nicht zu ergründen motiviert war, weder jetzt noch sonst irgendwann.
»Bist du sicher?«
Sie nickte, obwohl sie sich alles andere als sicher war. »Starrt Anh uns immer noch an?«
Er warf einen Blick über ihre Schulter. »Sie versucht es nicht mal zu verbergen. Ich … Warum interessiert sie das so sehr? Bist du berühmt?«
»Nein, Adam. Du bist berühmt.«
»Ach ja?« Er wirkte überrascht.
»Wie auch immer, wir müssen uns nicht küssen. Du hast recht, dass es wahrscheinlich ein bisschen komisch wäre.«
»Nein. Das wollte ich damit nicht sagen.« Ein Schweißtropfen rann ihm über die Schläfe, und er wischte ihn mit dem Ärmel weg. »Wir können uns küssen.«
»Oh.«
»Wenn du denkst, dass … Wenn deine Freundin zusieht.«
»Ja.« Olive schluckte schwer. »Aber wir müssen das nicht tun.«
»Ich weiß.«
»Es sei denn, du willst es.« Olives Handflächen waren feucht und klamm, und sie wischte sie unauffällig an ihrer Jeans ab. »Und mit ›du willst es‹ meine ich natürlich, du hältst es für eine gute Idee.« Allerdings war es definitiv

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