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Er antwortete nicht gleich, sondern sah starr in Richtung der PowerPoint-Präsentation. Dr. Moss war weg, Tom redete über Krebsdiagnostik, und an jedem anderen Tag hätte Olive seine Informationen begierig aufgesaugt, aber in diesem Moment wollte sie nur weg. Allem entfliehen. Dem Vortrag. Diesem Raum. Ihrem Leben. Dann wandte sich Adam zu ihr um und sagte: »Ist schon okay.« Er klang ein bisschen angespannt. Als wäre überhaupt nichts an dieser Situation okay. »Bitte entschuldige. Ich hatte keine Ahnung, dass sie das vorschlagen würde, und ich wusste nicht, wie …« »Pst.« Sein Arm glitt um ihre Taille, und seine Hand kam auf eine Weise an ihrer Hüfte zu liegen, die ihr unangenehm sein sollte, sich aber dennoch beruhigend anfühlte. Leise fügte er hinzu: »Schon gut.« Die Worte hallten in ihr nach, bedeutungsvoll und warm. »Neues Material für meine Title-IX-Beschwerde.« Scheiße. »Gott, es tut mir so unendlich …« »Olive.« Sie begegnete seinem Blick und stellte zu ihrer Verblüffung fest, dass er … nicht wirklich lächelte, aber irgendwie doch. »Das war nur ein Witz. Du wiegst so gut wie nichts. Und störst überhaupt nicht.« »Ich …« »Pst. Konzentrier dich einfach auf den Vortrag. Womöglich stellt Tom dir später Fragen dazu.« Das war einfach … Im Ernst, hier zu sitzen war absolut, vollkommen … Gemütlich. Wie sich herausstellte, war Adam Carlsens Schoß einer der gemütlichsten Plätze auf Erden. Warm und auf eine angenehme, beruhigende Art solide, und es schien Adam wirklich nicht zu stören, dass Olive quer über seine Beine drapiert war. Nach einer Weile wurde ihr klar, dass der Raum so voll war, dass sie tatsächlich niemand beachtete, abgesehen von Holden Rodrigues, der Adam überrascht ansah und Olive dann ein warmes Lächeln zuwarf, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder dem Vortrag zuwandte. Sie gab es auf, so zu tun, als könnte sie ihre Wirbelsäule länger als fünf Minuten aufrecht halten, und lehnte sich an Adams Brust. Er sagte nichts, setzte sich aber ein bisschen anders hin, damit sie es bequem hatte. Mitten im Vortrag merkte sie, dass sie seinen Oberschenkel heruntergerutscht war. Ehrlicherweise war es Adam, der es merkte und sie so mühelos hochzog, als wiege sie tatsächlich nichts. Auch als sie wieder sicher saß, nahm er seinen Arm, den er um ihre Taille geschlungen hatte, nicht weg. Der Vortrag ging schon über eine halbe Stunde, daher konnte es ihr niemand verübeln, wenn sie sich noch etwas weiter sinken ließ. Hier zu sitzen, war völlig okay. Sogar besser als okay. Es war schön.