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»Ich möchte ihm nichts nehmen, was er liebt. Adam respektiert und bewundert Tom, und ich weiß, dass Tom in der Vergangenheit Adam stets den Rücken freigehalten hat. Vielleicht ist es besser, wenn er es nicht weiß.« »Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe rauszufinden, was Adam lieber wäre«, sagte Malcolm. Olive schniefte. »Ja.« »Wenn wir doch nur jemanden fragen könnten, der Adam sehr gut kennt«, sagte Malcolm, diesmal etwas lauter. »Ja«, wiederholte Anh, »das wäre großartig. Aber das können wir nicht, also …« »Wenn doch nur jemand in diesem Raum wäre, der seit Kurzem etwas mit Adams bestem Freund hat, dem er seit fast dreißig Jahren extrem nahesteht«, fiel Malcolm ihr ins Wort, und inzwischen brüllte er beinahe, erfüllt von passiv-aggressiver Empörung. Worauf Anh und Olive mit weit aufgerissenen Augen einen erstaunten Blick wechselten. »Holden!« »Du solltest Holden um Rat fragen!« Malcolm schnaubte. »Wie könnt ihr zwei nur so schlau sein und trotzdem so entsetzlich begriffsstutzig.« Da fiel Olive etwas ein. »Holden hasst Tom.« »Ach ja? Warum hasst er ihn denn?« »Das weiß ich nicht.« Sie zuckte die Achseln. »Adam hat es als seltsame Marotte von Holden abgetan, aber …« »Hey, die Persönlichkeit meines Mannes ist makellos.« Anh nickte energisch. »Malcolm, wo kann Olive sich so bald wie möglich mit Holden treffen?« »Ich weiß es nicht. Aber« – mit einem süffisanten Grinsen klopfte er auf sein Handy – »ganz zufällig hab ich hier drin seine Nummer.« Holden (oder auch »Holden Knackarsch«, als den Malcolm ihn in seinen Kontakten gespeichert hatte) war gerade am Ende seines Vortrages angelangt. Olive bekam nur die letzten fünf Minuten mit – etwas über Kristallographie, das sie weder verstand noch verstehen wollte –, aber es überraschte sie nicht im Geringsten, dass Holden ein ausgesprochen klarer und charismatischer Redner war. Nachdem er alle Fragen beantwortet hatte, ging sie zum Podium, und er schien sich ehrlich zu freuen, als er sie die Treppe heraufkommen sah. »Olive, meine Schwieger-Mitbewohnerin.« »Stimmt. Ja. Äh, großartiger Vortrag.« Sie befahl sich, mit dem Händeringen aufzuhören. »Ich wollte dich etwas fragen …« »Geht es um die Nukleinsäure auf dem vierten Sheet? Sorry, aber da habe ich mich total durchgemogelt. Meine Doktorandin hat das Schaubild gemacht, und sie ist viel klüger als ich.« »Nein. Meine Frage bezieht sich auf Adam …« Sofort hellte Holdens Gesicht sich auf. »Also, genau genommen geht es um Tom Benton.« Nun verfinsterte sich seine Miene genauso schnell. »Was ist mit Tom?«